Die Kirche in Vig

Die Kirche in Vig ist eine romanische Kirche.

Die Kirche besteht aus einem Kirchenschiff aus dem zwölften Jahrhundert, an das sich ursprünglich ein Chor anschloss, der allerdings schon Anfang des dreizehnten Jahrhunderts abgerissen und durch einen neuen ersetzt wurde. Der jetzige Chor stammt vom Ende des dreizehnten Jahrhunderts und wurde spätestens Ende des fünfzehnten Jahrhunderts umgebaut. Auch die Gewölbe stammen aus dem fünfzehnten Jahrhundert. Das ursprüngliche Baumaterial bestand aus rohen und behauenen Feldsteinen mit Sumpferz im Fensterrahmen.

Der älteste Anbau ist vermutlich das Waffenhaus (heute Leichenhalle) an der Nordseite, worauf die nördliche Sakristei folgte, beide aus der zweiten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts.

Der Turm westlich vom Kirchenschiff wird in seinem jetzigen Zustand etwa auf die 1490er Jahre datiert, als man einen ganz niedrigen Turm, der möglicherweise schon zwischen 1350 und 1400 gebaut wurde, erhöhte. Das Baumaterial sind große Backsteine über einem Fundament von Feldsteinen, ein Material, das gleichzeitig sporadisch auch im eigentlichen Mauerwerk benutzt wurde.

Am jüngsten scheint das Waffenhaus an der Südseite zu sein, das zwischen 1500 und 1550 gebaut wurde.

Die Altartafel mit der eingezeichneten Jahreszahl 1650 wurde in der Werkstatt von Lorenz Jørgensen hergestellt. Das vertiefte Mittelfeld ist – wie für diese Werkstatt üblich – von einer Abendmahls-Darstellung mit geschnitzten Figuren ausgefüllt. Christus, der hinter dem Tisch sitzt, wird durch eine Strahlenglorie hervorgehoben; im Vordergrund zur Rechten sieht man Judas mit dem Geldbeutel.

Auf den Seiten befinden sich freistehende Figuren, welche die Evangelisten Markus mit dem Löwen (nördlich) und Matthäus mit dem Engel (südlich) vorstellen. Auf dem Gesims über den Seitenfeldern sind kleinere Figuren der beiden übrigen Evangelisten angebracht: Lukas mit dem Ochsen (nördlich) und Johannes mit dem Adler (südlich).

Das Gesims wird von Mittelfeld unterbrochen. Hier befindet sich einer der von dieser Werkstatt her wohlbekannten Engel. Er hält ein Wappenschild mit Schriftband, auf dem in Reliefversalen steht: „H(r) Christopher Vrne“ und F(rau) Sophia Lindenow“. Er war Lehensmann auf Dragsholm 1645 – 1658. Auf dem obersten Feld sieht man das reliefgeschnitzte gekrönte Königsmonogramm „F3“, eingerahmt von einem Schriftband mit den darauf gemalten Jahreszahlen.

Die Tafel, die 1927 aus bemaltem Eichenholz war, ist jetzt aus blankem Holz mit neueren goldenen Inschriften. Der Altar-Tisch besteht aus getäfeltem Holz von 1895, in etwa ähnlich der Füllung des „Degnestols“ (Küster-Stuhl).

Das Taufbecken aus Granit ist romanisch. Der Fuß ist für sich aus grobkörnigerem Stein als das rötliche Becken gehauen. Die Taufschale mit der eingeritzten Jahreszahl 1630 hat auf ihrem Boden ein eingraviertes Bild von der Taufe Jesu, das schon 1918 sehr verwischt war.

Der Küster-Stuhl stammt, wie die Altar-Tafel, aus der Werkstatt von Lorenz Jørgensen aus der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts und ist einer der wenigen noch bekannten Stühle dieses Künstlers. Es ist nicht ganz klar, welche Funktion der Küster-Stuhl ursprünglich hatte.

Das Kruzifiz im Chorbogen mit dem gekreuzigten Christus stammt von etwa 1525.
Auf dem waagerechten Kreuzarm sieht man den Lukas-Ochsen und den Markus-Löwen, auf dem senkrechten den Johannes-Adler oben und den Matthäus-Engel unten. Die beiden Seitenfiguren sind Maria und Johannes.

Die Kanzel aus den letzten Jahrzehnten des sechzehnten Jahrhunderts hat möglicherweise einmal als Lektoren-Kanzel gedient. Ein Paneel oder Steg kennt man von Fotografien und Beschreibungen aus dem Jahr 1918. 1923 wurde die Kanzel abgesenkt und näher zum Fenster auf ihren jetzigen Platz gebracht.

Kalkmalereien: An der Giebelwand des Chores wie auch an der Nordwand östlich der Tür zur Sakristei sind 1943/44 drei radförmige Weihe-Kreuze ans Tageslicht gebracht worden. Die Zeichnungen sind – wie üblich – mit einem Zirkel eingeritzt, aber die Linien sind, wie übrigens auch die Farben (ocker und schwarz) nur schlecht erhalten. Bei der Restaurierung 1943/44 kamen Spuren von Kalkmalereien zu Tage. Sie waren auf den Wänden des Chores und des Kirchenschiffs und sind in beiden Abschnitten älter als die Errichtung des Gewölbes im fünfzehnten Jahrhundert.


N.B.
Auf dem Regal für die Gesangbücher in der Kirche liegt zusätzlich eine detaillierte, mit Bildern illustrierte Beschreibung der Geschichte der Kirche und ihres Inventars.


Vig Gemeinderat

Vig Kirke logo